Knallersieg bei "Angstgegner" Wiking

Gennaro Grazioso mit Doppelschlag in den letzten Minuten - deutsch-italienischer Siegeswillen wird belohnt

Am gestrigen Sonntag reiste die SG Heusenstamm Zrinski an den Wiener Ring nach Offenbach, um gegen den Angstgegner Wiking Offenbach anzutreten. "In meiner Zeit als Coach hier in Heusenstamm konnten wir Wiking nicht ein einziges mal bezwingen. Im Aufstiegsjahr bekamen wir in der Hinrunden sogar mit 1:5 eine richtige Klatsche und auch im Hinspiel dieser Saison, spielten wir nur 70 min. gut und verloren dann noch 1:2 zu Hause", so der Trainer Kelvin King über den Gegner. 

Die Partie fing bereits mit dem Anpfiff an zu brodeln, denn schon in den ersten Minuten gingen die Hausherren mit 1:0 in Führung. Fast direkt im Anschluss war es Stefano DeAstis der zum 1:1 ausglich. Die Stimmung um den Kunstrasen herum war jetzt schon aufgeheizt, was sich bis in die Schlussminuten der Partie immer weiter steigern sollte. Nach einem Standard-Trick von Luca Nardella auf Marcel "Harry" Schmidt, spielte dieser den Ball quer auf Michele Agnello, der wiederum die Gäste mit 2:1 in Führung bringen konnte. "Diese Kombination von unseren jungen Kerlen, Luca und Harry war einfach grandios, als hätten wir das jahrelang so trainiert", schwärmte Kapitän Marc Zimmermann über das Tor. Kurz vor der Halbzeit kamen aber wieder die Hausherren über ihre spielerische Klasse ins Spiel, was letztendlich mit einer sauber heraus gespielten Passstafette mit dem 2:2-Pausenstand belohnt wurde. 

Die zweiten 45 Minuten wurden noch hitziger. Nicht nur die Zuschauer, sonder auch die Aktiven auf dem Platz wurden jetzt immer bissiger, was auch die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung des jungen Referees zweifelhaft erschienen ließ. Die Zrinski brauchte für die zweite Hälfte nun einen langen Atem, denn was in dieser Halbzeit passierte, war kurios. Nach einem schnell ausgeführtem Freistoß gingen die Hausherren erneut in Führung. Kurz darauf glich die Zrinski durch eine direkt verwandelte Ecke von Luca Nardella, der den an diesem Tage ausgefallenen Local-Hero Necip Incesu ersetzte, aus. Doch die Wiking steckte ebenfalls nicht auf. Wieder konnten sie  zum zwischenzweitlichen 4:3 in Führung gehen. Die Stimmung war nun am Siedepunkt. Die sicher geglaubten Sieger sollten jedoch noch ihr blaues Wunder erleben, denn nun war die Zeit für die Grazioso-Show gekommen. Nach einer Flanke von "Kico" Korcanin auf Grazioso köpfte dieser die Zrinski zum späten Ausgleich. Mit dem Unentschieden hätten sich wohl alle zufrieden gegeben, doch Stefan Kulke und Gennaro Grazioso hatten was dagegen. Nach einem Konterlauf von "Dynamo" legte dieser quer auf den vorgespurteten Mittelfeld-Motor, der dann mit der Brust den 3er für die Heusentämmer besiegelte. Die Moral und der Siegeswillen der SGH holte somit diesen dreckigen Sieg in einen wahnsinnigen Spiel.